{"id":13183,"date":"2022-06-10T22:05:12","date_gmt":"2022-06-10T20:05:12","guid":{"rendered":"https:\/\/passioncolorseverything.com\/blog\/?p=13183"},"modified":"2022-08-16T20:08:22","modified_gmt":"2022-08-16T18:08:22","slug":"girls-just-wanna-have-gigs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/passioncolorseverything.com\/blog\/?p=13183","title":{"rendered":"Girls just wanna have gigs"},"content":{"rendered":"<p><strong>DCKS Festival &#8211; Tanzbrunnen, K\u00f6ln; June 6th, 2022<\/strong><\/p>\n<p>Vier Tage sp\u00e4ter bin ich noch immer ganz geflasht vom DCKS Festival in K\u00f6ln. Was f\u00fcr ein Lin-up! Was f\u00fcr eine Stimmung. Es war einfach nur unglaublich sch\u00f6n und ich habe noch nie so viele tolle K\u00fcnstlerinnen and einem einzigen Tag erleb und selten so viele neue musikalische Entdeckungen in so kurzer Zeit gemacht. Bitte von jetzt an in jedem Jahr!<\/p>\n<p>Es mu\u00df irgendwann in diesem Jahr gewesen sein, als ich auf youTube den Clip &#8220;Kein Rock am Ring&#8221; aus der Carolin Kebekus show sah, der sich damit besch\u00e4ftigte, dass es auf den gro\u00dfen Festivals viel zu wenige Frauen auf den B\u00fchnen gibt und beispielsweise bei Rock am Ring &#8220;das Bier mehr Prozente hat als die Frauen&#8221;. Daran sollte sich etwas \u00e4ndern und so wurde beschlossen ein festival mit ausschlie\u00dflich Frauen im line-up zu veranstalten. Es hatte urspr\u00fcnglich im Mai stattfinden sollen und ich war sehr gl\u00fccklich zu erfahren, dass der Termin dann der 6. Juni war, an dem ich Zeit hatte.<\/p>\n<p>Ich gestehe hier freim\u00fctig, dass ich von dem Namen auf dem Plakat nur die No Angels und Hazel Brugger kannte, aber genau darum ging es ja: Frauen sichtbar zu machen und K\u00fcnstlerinnen eine B\u00fchne zu geben. Neben viel Musik geh\u00f6rten dazu auch Talks runs um Frauen in Musik, Kunst und Wirtschaft. Es klang alles sehr spannend und ich freute mich schon vorher wie Bolle.<\/p>\n<p>Also ging es am Pfingstmontag per Zug nach K\u00f6ln und passend zum Einlass traf ich am Tanzbrunnen ein. Dort schon lange Schlangen mit Menschen aller Altersgruppen (ja, es waren auch M\u00e4nner dabei). Schon vorher war die Stimmung angenehm, ich unterhielt mich nett mit den Umstehenden und auch der kurz einsetzende Rege st\u00f6rte niemanden. Einmal drinnen, suchte ich mir einen Platz in der ersten Reihe zwischen der Musik- und der Talkb\u00fchne. Auch dort sofort netter Kontakt mit den Umstehenden, der die Wartezeit verk\u00fcrzte.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 14:oo Uhr ging es los &#8211; <strong>Carolin Kebekus<\/strong> er\u00f6ffnete mit den <strong>Beer Bitches<\/strong> und der <strong>DCKS Band<\/strong> das Festival. Sie spielten ein Medley bekannter Songs, neu vertextet und wurde unterst\u00fctzt von einer M\u00e4dchengruppe einer lokalen Ballettschule, die noch &#8220;eben kurz&#8221; zwei Stunden vor der Show die Choreo gelernt hatten. Es war gro\u00dfartig und sofort merkt ich, dass hier etwas Besonderes passierte. Noch nie habe ich erlebt, dass bei einem Festival direkt beim ersten Akte das Publikum so laut war. Holy shit! Es war deutlich sp\u00fcrbar, dass alle Anwesenden einfach Bock auf diese Veranstaltung hatten &#8211; es wurde gekreischt, gejubelt und geklatscht als g\u00e4be es kein Morgen. Das war so unerwartet und f\u00fchlte sich so gut an, dass mir direkt die Tr\u00e4nen in den Augen standen &#8211; nicht zum letzten Mal an diesem Tag.<\/p>\n<p>Die erste Musikerin auf der gro\u00dfen B\u00fchne war <strong>Donia Touglo<\/strong>. Ich wei\u00df nicht, in welche Kategorie ich ihre Musik stecken soll, aber das ist auch gar nicht n\u00f6tig. Die Beats rissen mich mit und ich war fasziniert von ihrem Gesang in verschiedenen Sprachen &#8211; Englisch, Deutsch, Franz\u00f6sisch und etwas, was ich nicht erkannte. Laut ihrer Website schriebt sie auch noch in Ewe &#8220;and the language of her soul&#8221;. Was immer es gerade war, es war faszinierend. Ich h\u00f6rte gerne zu und beobachtete begeistert, wie sie und eine T\u00e4nzerin \u00fcber di B\u00fchne glitten. Das L\u00e4cheln auf meinem Gesicht wurde immer breiter.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend lernten wir die Moderatorinnen Aminata Belli und Jeannine Michaelsen kennen, die uns durch den Tag f\u00fchren w\u00fcrden und es ging auf der Talkb\u00fchne weiter zum Thema &#8220;Warum gibt es so wenig weibliche Acts auf B\u00fchnen?&#8221; G\u00e4stinnen waren Leslie Clio, Elke Kuhlen, KUOKO und Luisa. Nat\u00fcrlich gibt es nicht zu wenige K\u00fcnstlerinnen, wir m\u00fcssen sie nur sichtbar machen.<\/p>\n<p>Musikalisch ging es weiter mit <strong>Annie Chops<\/strong>, die ohne Band auftrat und ihre Songs zur Gitarre sang. Sie gefiel mir sofort &#8211; sch\u00f6ne Melodien, toll gesungen, Englische Texte. Im anschlie\u00dfenden Talk mit Parshad Esmaeili, LAura Larsson und Schiwa Schlei ging es um die Frage, warum so wenig weibliche Acts im Radio gespielt werden. Da war dann die Rede von einer angeblichen Studie, die vor Jahren festgestellt habe, dass die Menschen nicht so viele Frauenstimmen h\u00f6ren wollte. Say what??? Besonders ber\u00fchrend fand ich es, als Parshad Esmaeili von ihren Erfahrungen mit Ha\u00df im Netzt berichtete, der Frauen immer heftig trifft.<\/p>\n<p>Mein absolutes Highlight des Tages war dann <strong>Luna<\/strong>, bei der mir vor Begeisterung direkt die Kinnlade zu Boden fiel. wie konnte es sein, dass ich diese Frau noch nicht kannte? Ihre Texte trafen mich direkt ins Herz, besser h\u00e4tte es nicht sein k\u00f6nnen. Sie war einfach nur gut und auch ihre B\u00fchnenpr\u00e4senz und die sehr gute Band \u00fcberzeugten. Viele im Publikum sangen jedes Wort mit, was die Stimmung noch besser machte. Bei &#8216;Blau&#8217; kamen mir direkt wieder die Tr\u00e4nen, als sie davon sprach, wie sehr sie ihre Mutter nach ihrem Coming out unterst\u00fctzt habe und wie wichtig es ihr sei alle queeren Menschen die Botschaft zu geben, dass es f\u00fcr sie einen Platz g\u00e4be und sie sich nicht verbiegen lassen sollten. \u2764\ufe0f\u00a0Tolle Frau, tolle Musik, mehr davon.\u00a0Sofort im Anschlu\u00df googelte ich nach Konzerten und erfuhr, dass ihre Show in Dortmund leider bereits ausverkauft ist. Kein Wunder!<\/p>\n<p>Im Talk danach mit Nadja Benaissa, Charly Klauser und Sandy M\u00f6lling ging es um die Frage &#8220;Wie ist es denn so als Musikerin und K\u00fcnstlerin&#8221;. Sie alle berichteten von ihren Erfahrungen und s war wenig \u00fcberraschend, wie vielen Klischees sie ausgesetzt waren und wie oft sie schlicht untersch\u00e4tzt oder nicht ernst genommen wurden. Rapperin <strong>Ebow<\/strong> war vom Musikstil her am wenigsten meins, konnte aber dennoch bei mir Punkten. Ihre Texte sind super und auch sonst machet es Spa\u00df ihr zuzusehen und zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wie es Frauen in der Wirtschaft und als Unternehmerin geht versuchten Anne E. Connelly, Johanna Eicker und Diana zur L\u00f6wen zu kl\u00e4ren und brachten dabei viel wissenswertes zur Sprache, bevor <strong>Mine<\/strong> die gro\u00dfe B\u00fchne rockte und das, obwohl sie eher dem Genre Pop angeh\u00f6rt. Zu diesem Zeitpunkt war es mir schon lange egal, in welche Schublade die K\u00fcnstlerinnen zu stecken seien. Lieber h\u00f6rte ich einfach zu. Und was ich h\u00f6rte gefiel mir. In Erinnerung geblieben ist mir der Song \u00fcber das Meer aus Plastik (Hin\u00fcber) aber der ganze Auftritt war super. Noch immer wurde jede &#8211; zu Recht &#8211; ausgiebig gejubelt und ich f\u00fcrchtete um das Durchhalten meiner Stimme bis zum Ende des Tages. Genau so sollte ein gutes Festival sein.<\/p>\n<p>Wie Verantwortung und Change geht versuchten Micha Fritz und Dr. Auma Obama zu beantworten und es gab Gel\u00e4chter als die versammelten Frauen bei der ersten Frage zun\u00e4chst dem Mann das Wort geben wollten. Es gab besonders spannende Diskussionen um privilegiert sein, was das bedeutet und wie man damit umgehen kann oder sollte. Es folgte die Band, auf die, nach dem Gedr\u00e4nge vor der B\u00fchne zu urteilen, besonders viele gewartet hatten &#8211; die No Angels. Ich erinnerte mich noch gut, wi sie damals bei Popstars gecastet wurden und dass ich wenig begeistert war, aber damals war ich auch deutlich mehr in patriarchalen Strukturen gefangen als heute. Was soll ich sagen? Der Auftritt war Bombe! es wurde lautstark mitgesungen und sogar Carolin Kebekus war bei einem Lied dabei. Man sah der Band den Spa\u00df an, ich liebe die Choreo und die kleinen, sch\u00f6nen und witzigen Momente, wie die vor Begeisterung in die Luft springende Lucy oder die Unterst\u00fctzung durch Halten des Micros zum Singen, als Sandy sich die Schuhe zubinden musste.<\/p>\n<p>Auf der Talkb\u00fchne sagte Aminata an, sie h\u00e4tten alle keine Stimme mehr, deshalb g\u00e4be es jetzt mehr Musik. <strong>Charly Klauser<\/strong>, die Schlagzeugerin der DCKS Band, stellte ihre solo Songs vor und lie\u00df mein Herz f\u00fcr Singer\/Songwriter h\u00f6her schlagen. <strong>Karolin \u201eCage\u201c G\u00e4rtner<\/strong> begeisterte mit ihrer Super-Stimme und <strong>Hazel Brugger<\/strong> st\u00fcrzte sich direkt ins Publikum, um Menschen zu interviewen. So erfuhren wir dann, dass die Schlangen an den Essensst\u00e4nden zu lang waren (stimmt, l\u00e4nger als am Klo), das Festival sonst aber gut. Sie lie\u00df sich dann im wahrsten Sinne des Wortes auf H\u00e4nden zu B\u00fchne zur\u00fccktragen &#8211; umgekehrtes Stage diving. Anschlie\u00dfend versammelten sich nochmal Carolin Kebekus, Hazel Brugger, Aminata Bell und Jeannine Michaelsen zum Selfie mit uns allen und forderten auf, mit dem Hashtag #GirlsJustWannaHaveGigs darauf aufmerksam zu machen dass wir gerne \u00f6fter solche Festivals h\u00e4tten. Ja klar doch!<\/p>\n<p>Den kr\u00f6nenden Abschluss bildete dann <strong>Lea<\/strong>, die mich mit sch\u00f6nen Popsongs nochmal zum tr\u00e4umen brachte. Ich stellte dann auch fest, dass ich sie aus dem Radio kannte. Besonders gefiel mir das Lied, das sie f\u00fcr ihre Eltern geschrieben hatte f\u00fcr all die Unterst\u00fctzung, die sie dort erfahren hatte. Es war ein tolles Ende eines gigantisch guten Festivals. Leider musste ich vor den letzten T\u00f6nen zum Zug, kann aber nur nochmal betonen, wie sehr ich ten Tag genossen habe. Vielen Dank an alle Beteiligten. Ihr habt ich sher gl\u00fccklich gemacht und es war die Reise auf jeden Fall wert!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/passioncolorseverything.com\/pics\/?p=26104\">pictures of this festival<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DCKS Festival &#8211; Tanzbrunnen, K\u00f6ln; June 6th, 2022 Vier Tage sp\u00e4ter bin ich noch immer ganz geflasht vom DCKS Festival in K\u00f6ln. Was f\u00fcr ein Lin-up! Was f\u00fcr eine Stimmung. 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