{"id":5952,"date":"2016-06-02T11:21:21","date_gmt":"2016-06-02T09:21:21","guid":{"rendered":"http:\/\/passioncolorseverything.com\/blog\/?p=5952"},"modified":"2016-06-23T23:36:42","modified_gmt":"2016-06-23T21:36:42","slug":"dausende-vun-liebesleeder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/passioncolorseverything.com\/blog\/?p=5952","title":{"rendered":"Dausende Vun Liebesleeder"},"content":{"rendered":"<p><strong>BAP &#8211; K\u00f6nig Pilsener Arena, Oberhausen; May 31st 2016<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeder ihrer Touren mindestens ein BAP Konzert zu sehen, geh\u00f6rt zu meinem &#8220;Standardprogramm&#8221; solange es in meinem Leben Konzerte gibt. Mal sind es mehr. mal weniger, aber ich glaube seit &#8216;Da Capo&#8217; habe ich nur eine Tour v\u00f6llig ausgelassen. Mit &#8220;Lebensl\u00e4nglich&#8221; hat die Band ein Album vorgelegt, dass mich seit langem mal wieder wirklich begeistert hat. Anders gesagt: nach mehreren Alben,\u00a0die zwar nicht schlecht waren, mit denen ich aber nicht so viel anfangen konnten, spricht dieses zu mir und traf mich voll ins Herz. Dementsprechend freuet ich mich darauf, die Band endlich wieder zu sehen und war gespannt, wen ich nach J\u00fcrgens Ausstieg hinter den Drums finden w\u00fcrde. Jetzt ist von der Besetzung in der ich BAP 1988 kennengelernt habe, nur noch Wolfgang \u00fcbrig geblieben. Werner, der nach ihm der Dienst\u00e4lteste ist, ist allerdings auch schon 20 Jahre dabei.<\/p>\n<p>So machte ich mich also voller Vorfreude an einem Dienstagabend auf nach Oberhausen. Seit es nur noch Sitzpl\u00e4tze gibt, muss man zwar fr\u00fch Tickets kaufen, aber nicht mehr stundenlang vorher da sein. Der Platz war gut, die Halle f\u00fcllte sich langsam. Die Fans sind mit der Band gealtert, ich geh\u00f6rte zu den j\u00fcngeren. Die Wartezeit ging schnell vorbei durch Gespr\u00e4che mit alten Bekannten. Vill passiert, seit wir uns irgendwann mal auf einem dieser Konzerte trafen. Sie erz\u00e4hlten kurz was bisher auf der Tour geschah und ich freute mich noch mehr. Er konnte nur gut werden.<\/p>\n<p>Vorher hatte ich mich gefragt, ob bei den ersten T\u00f6nen die Menschen aufspringen und nach vorne laufen w\u00fcrden, so wie bei anderen Konzerten oft gesehen, aber die Absperrung vor der B\u00fchne suggerierte das sei nicht erw\u00fcnscht. erstaunlicherweise stellte das auch niemand zur Debatte. Brav sitzen bleiben taten die meisten aber auch nicht, es war ein auf und nieder je nach Tempo der Songs und irgendwie war es immer OK, wenn sich jemand nicht mehr auf dem Sitz halten konnte und aufsprang. Kein &#8220;Setzen! Ich seh&#8217; nix!&#8221; und auch sonst keine b\u00f6sen Worte, statt dessen angenehme Atmosph\u00e4re, in der alle gemeinsam feierten und das Konzert genie\u00dfen konnten, alle so wie es ihnen am besten gefiel. &lt;3<\/p>\n<p>Sie fingen and mit &#8216;Frau ich freu mich&#8217; und schon bei den ersten T\u00f6nen wusste ich: Das sind immer noch meine BAP, das ist trotz aller Ver\u00e4nderungen immer noch die Band, die mich damals bei meinem allerersten Konzert \u00fcberhaupt so begeistert hat, dass mich das Konzertfieber nie wieder los lie\u00df. Und das ist noch immer die Band, die mich nach all den Jahren noch so tief ber\u00fchrt, dass mir die Tr\u00e4nen an diesem Abend mehrfach \u00fcber das Gesicht liefen. Die Band, bei der ich nicht still sitzen kann, mich wieder wie ein Teenager f\u00fchle und die Band, die immer noch und immer wieder ein L\u00e4cheln auf mein Gesicht zaubert.<\/p>\n<p>Es klappt nicht immer mit meiner Verbindung zu dieser Band. Ich kann zwar jedes Konzert genie\u00dfen, aber nicht jedes Mal bin ich so involviert, dass ich die Welt um mich herum f\u00fcr drei Stunden vergessen kann und nur noch den Moment lebe. An diesem Abend war es mal wieder so weit. Ich weinte und lachte. f\u00fchlte jeden der Songs, sang so laut und inbr\u00fcnstig mit, dass mir gegen Ende die Stimme versagte und \u00fcberliess mich meinen Emotionen. Am Ende erf\u00fcllte mich tiefe Dankbarkeit und es fiel mir einer der Spr\u00fcche meines Vaters ein: &#8220;Dat ich dat noch erleben durfte&#8221;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich weiss nicht mal mehr, welche Lieder mich besonders begeisterten, was mich zu Tr\u00e4nen r\u00fchrte oder wo ich vielleicht am lautesten mitsang, aber ich weiss, dass die Setlist funktionierte, dass es eine gute Mischung war aus neu und alt, schnell und langsam, dass irgendwann die ganze Halle stand und mitsang. Die neuen Mitglieder haben sich prima integriert, alles funktioniert reibungslos, sie sind wirklich eine Band. Wolfgang hat sich nie gescheut, aktuelles Zeitgeschehen zu kommentieren und tut das auch noch heute, ob durch die Auswahl der Songs oder die Geschichten die er dazu erz\u00e4hlt. So erfuhren wir von den Fl\u00fcchtlingen, die er in Afrika gesehen hatte, an der K\u00fcste, warten auf eine Chance, auf die andere Seite zu kommen und h\u00f6rten in &#8216;Vision von Europa&#8217; , was m\u00f6glicherweise schon hinter ihnen lag. Wir lernten, dass alle K\u00f6lner wenn es wichtig wird ins Hochdeutsche verfallen und dass wir alle durch &#8216;Absurdistan&#8217; reisen. Auch &#8216;Kristallnaach&#8217;, heute aktueller denn je, machte mir wiedre einmal bewusste, dass wir nach wie vor nichts aus unserer Vergangenheit gelernt haben.<\/p>\n<p>Die Frage &#8220;H\u00fchrt mir noch einer zo&#8221; auch &#8216;Alles relativ&#8217; ist manchmal durchaus berechtigt. Ja, es gab auch pers\u00f6nliche Geschichten; Anmerkungen dazu, dass heute niemand mehr nach Autogrammen fragt und man beim Selfie ja nicht reden darf, weil sonst alles verwackelt und nat\u00fcrlich Liebesleeder. Viele davon. Bei einem der bekanntesten &#8216;Do kann zaubre&#8217; gingen \u00fcberall im Saal die Handy-Lampen an. Viel sch\u00f6ner fand ich es aber, dass vereinzelt noch echte Feuerzeuge dabei waren. \ud83d\ude42 &#8216;Verdamp lang her&#8217; durfte nat\u00fcrlich nicht fehlen und falls bis dahin noch jemand in der Halle nicht begeistert war, damit wurden dann auch die letzten von ihren Sitzen geholt. Es waren aber nicht nur die alten Kracher, die Begeisterung hervorriefen. Diese Publikum kannte die Band, war mit ihr gewachsen und sehr viele konnten wirklich alles mitsingen. BAP wurden gefeiert und bejubelt, genauso wie es sein sollte.<\/p>\n<p>Ich freute mich einfach, dabei sein zu d\u00fcrfen und als irgendwann Wolfgang zu mir her\u00fcber schaute, fraget ich mich, ob er mich noch kennt. Die Zeiten, in denen ich der Band st\u00e4ndig hinterher fuhr sind lange vorbei, aber die Erinnerung ist noch da. Wirklich wichtig war das nicht, wichtig waren nur all die erlebten und geteilten Augenblicke \u00fcber die Jahre und an diesem Abend. Es war sch\u00f6n! Danke, BAP!<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Setlist<\/span><\/p>\n<p>Frau, ich freu&#8217; mich<br \/>\nNe sch\u00f6ne Jroo\u00df<br \/>\nNix wie bessher<br \/>\nForsetzung folgt<br \/>\nF\u00fcr &#8216;ne Moment<br \/>\nJupp<br \/>\nAff un zo<br \/>\nAlles relativ<br \/>\nDie Ballade vom Vollkasko-Desperado<br \/>\nAbsurdistan<br \/>\nVision von Europa<br \/>\nDiego Paz wohr n\u00fcngzehn<br \/>\nUnger Krahneb\u00e4ume<br \/>\nDausende von Liebesleedern<br \/>\nJraaduss<br \/>\nPaar Daach fr\u00f6her<br \/>\nAlles em Lot<br \/>\nDo kanns zaubre<br \/>\nKristallnaach<br \/>\nArsch huh, Z\u00e4ng ussenander<br \/>\nVerdamp lang her<\/p>\n<p>Halv su wild<br \/>\nAlexandra, nit nur do<br \/>\nD\u00e4 Herrjott meint et joot met mir<br \/>\nAmerika<br \/>\nRita, mir zwei<br \/>\nUnendlichkeit<br \/>\nEt letzte Leed<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BAP &#8211; K\u00f6nig Pilsener Arena, Oberhausen; May 31st 2016 Auf jeder ihrer Touren mindestens ein BAP Konzert zu sehen, geh\u00f6rt zu meinem &#8220;Standardprogramm&#8221; solange es in meinem Leben Konzerte gibt. 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