{"id":9231,"date":"2018-06-04T16:56:44","date_gmt":"2018-06-04T14:56:44","guid":{"rendered":"http:\/\/passioncolorseverything.com\/blog\/?p=9231"},"modified":"2018-09-26T16:18:34","modified_gmt":"2018-09-26T14:18:34","slug":"hass-fess-jejlauv-dat-wer-em-himmel-op-dich-waat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/passioncolorseverything.com\/blog\/?p=9231","title":{"rendered":"H\u00e4ss fess jejl\u00e4uv, dat wer em Himmel op dich waat"},"content":{"rendered":"<p><strong>BAP &#8211; Lanxess Arena, Cologne; June 2nd, 2018<\/strong><\/p>\n<p>Der Besuch eines BAP Konzerts, besonders der Besuch eines BAP Konzerts in K\u00f6ln, ist immer ein bisschen so wie nach Hause kommen. Bekannte Hallen, bekannte Gesichter auf und vor der B\u00fchne und vor allem bekannte Musik, immer wieder neu und anders und doch seit Jahren vertraut. Seit langem mal wieder ein Konzert ohne Sitzpl\u00e4tze, noch dazu am Samstag und bei Sommerwetter sprach f\u00fcr fr\u00fches Anstellen, also fand ich mich gegen 15.15 an der Halle an, wo zu meinem Erstaunen erst eine Handvoll Menschen versammelt waren. Die Tatsache dass innerhalb der n\u00e4chsten zwei Stunden auch kaum jemand dazu kam veranlasste mich zu der Aussage &#8220;BAP Fans sind alt geworden&#8221;. Irgendwann in dieser Zeit schlug auch S. auf, aber sonst niemand, den ich kannte. Egal, die Anwesenden waren nett und wir unterhielten uns gut, anstatt, wie sonst mittlerweile leider \u00fcblich, auf unsere Handys zu starren. Pluspunkte f\u00fcr die BAP Fans!<\/p>\n<p>Nach einem stressfreien Einlass (hach, das m\u00fcsste immer so sein!), sa\u00dfen wir in der ersten Reihe, quatschten weiter und sahen zu, wie sich die Halle f\u00fcllte. Irgendwann aufstehen, durchatmen und schon mal den sehr sch\u00f6nen B\u00fchnenaufbau bewundern. P\u00fcnktlich um 8 ging es mit Domglocken vom Band\u00a0los und die Band betrat die B\u00fchne. Mein erster Gedanke war &#8220;Moment mal, das ist nicht Werner da am Bass. Habe ich was verpasst?&#8221; Dann fing Wolfgang an zu singen und ich konnte es nicht fassen, dass &#8216;Drei W\u00fcnsch frei&#8217; den Abend er\u00f6ffnete. Noch k\u00fcrzlich hatte ich gedacht, das ich das gerne mal wieder live h\u00f6ren w\u00fcrde. \ud83d\ude00 Es fing also gut an und ging dann mit &#8216;Waschsalon&#8217; gleich so weiter, dass das Publikum gefordert war &#8211; yep, wir k\u00f6nnen immer noch mit den Armen &#8220;waschen&#8221;. Dann gleich der zweite Hammer und ein Song, den ich wirklich nicht erwartet hatte. &#8216;Psycho Rodeo&#8217;? Gibt&#8217;s ja nicht! Damit wusste ich schon, es wird ein toller Abend, sang aus vollem Halse mit und grinste alle Umstehenden an.<\/p>\n<p>Irgendwann zwischendurch begr\u00fc\u00dfte Wolfgang uns und erkl\u00e4rte auch Werners Abwesenheit (&#8220;er hat R\u00fccken&#8221;). Daf\u00fcr sein\u00a0Marius Goldhammer heute dabei. Dar\u00fcber hinaus hatte die Band auch echte Neuzug\u00e4nge &#8211; eine Bl\u00e4sersektion bestehend\u00a0Christoph Moschberger, Axel M\u00fcller und Johannes Goltz. Wolfgang erz\u00e4hlte, er habe sie bei &#8216;Sing meinen Song&#8217; kennengelernt und gefragt, ob sie mit touren wollten. Gute Entscheidung. Sie lie\u00dfen viele Songs in neuem Glanz erstrahlen, wie seit Jens&#8217; Weggang nicht mehr. Das zeigte sich beim Intro von &#8216;Diss Naach ess alles drin&#8217; und im Verlauf des Abends immer wieder.<\/p>\n<p>Die ersten Tr\u00e4nen kamen bei &#8216;Reinrassije Stroo\u00dfek\u00f6\u00f6ter&#8217;, vom Familienalbum, das ich noch gar nicht kenne, schon ganz am Anfang bei den Zeilen \u00fcber die alte Kisten mit den Fotos. \u00dcber Familie habe ich viel nachgedacht in letzter Zeit, das passte gerade ganz genau. &#8220;He dat Leed ess f\u00fcr ming Ahne, minge Stamm&#8230;&#8221; Die Fotokiste wurde dann auch noch mal erw\u00e4hnt, bei der Einleitung zum &#8216;Chippendale Desch&#8217; und wir erfuhren, dass Wolfgang derjenige ist, der die Familienfotos sortiert. Da musste ich dann unweigerlich an meinen Vater denke, der bei uns der Chronist der Familie war. Dies aber ist die Geschichte von Wolfgangs Mutter und auch ihrer Lebensfreude. Er erz\u00e4hlte, wie sie in jeder Situation einen guten Spruch parat hatte. Im Ged\u00e4chtnis blieb mir der f\u00fcr die, die sich \u00fcber&#8217;s Altern beschweren: &#8220;Wer nicht alt sein will, muss halt jung sterben!&#8221; \ud83d\ude42 Auch von den im Lied erw\u00e4hnten Fotos sahen wir welche, als Projektion hinten auf die B\u00fchnenleinwand. Danach dann das Lied zum K\u00f6lschen Mantra &#8216;Et ess wie et ess&#8217;.\u00a0 \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Die Setliste was an diesem Abend genau das richtige f\u00fcr mich &#8211; eine bunte Mischung aus neuem und altem mit einigen sch\u00f6nen \u00dcberraschungen. und vielen leibgewonnenen Klassikern. &#8216;Bahnhofskino&#8217; ist einer davon. Dieses Lied versursacht mir bis heute G\u00e4nsehaut und geh\u00f6rt zu meine absoluten Favoriten. Auf dem Familienalbum gelandet sei es wegen der ersten und vor allem der letzten Strophe, erkl\u00e4rte Wolfgang. Letztendlich geht es ja darum, dass man sich fragt, wie man seien Kinder in dieser Welt einigerma\u00dfen unbeschadet aufwachsen lassen kann und das ist heue nicht weniger aktuell als 1984.<\/p>\n<p>\u00dcber &#8216;Jupp&#8217; und &#8216;Frau ich freu mich&#8217; kamen wir zu &#8216;Dausenden von Liebesleedern&#8217; und so war es nur zu passend, das sich jetzt (&#8220;Wir d\u00fcrfen sitzen, ihr nicht!&#8221;) der Block der &#8220;(Liebes)lieder) im Sitzen anschloss. Wie Wolfgang feststellte, kann man auch andere Lieder im Sitzen spielen und so gab es erstmal eines \u00fcber die Kraft de Musik, dieser Songs, die uns schon so oft das Leben gerettet haben. Ja, &#8216;Songs sinn Dr\u00e4ume&#8217; und\u00a0 so viel mehr. Es folgte &#8216;Anna&#8217;, der erste (?) Teil der Liebeskummer-Trilogie. Wie schon den ganzen Abend, wurde auch dabei kr\u00e4ftig mitgesungen. Bekannt waren die Texte bei uns allemal, auch wenn ich den Eindruck hatte, das Publikum sei schon mal lauter gewesen. Vielleicht werde ich aber au\u00dfer alt auch einfach langsam taub. \ud83d\ude09 &#8216;Wie sch\u00f6n dat w\u00f6hr&#8217; wurde angek\u00fcndigt als Auftragsarbeit und Wolfgang erz\u00e4hlte seine damals noch recht jungen T\u00f6chter h\u00e4tte gefragt, ob es stimme, das Menschen Bomben auf Kinder werfen und ihm gesagt er solle etwa dagegen tun. Als Gast bat er dazu Bj\u00f6rn Heuser auf die B\u00fchne. De Liedermacher veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Mitsingen, unter anderem vor Heimspielen des K\u00f6lner FC. Auch hier klappte das prima. Zu guter Letzt in diesem Blick dann &#8216;Do kanns zaubre&#8217;, bei dem trotz Feuerwerksverbot sogar ein paar Wunderkerzen brannten. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Dann wurde mit &#8216;Frau ich freu mich&#8217; \u00a0wieder gerockt, denn auch daf\u00fcr waren wir an diesem Abend gekommen. Die richtige Mischung zwischen ruhig und rockig hatten BAP schon immer gut drauf und sie funktionierte auch dieses Mal. Wir konnten klatschen, ein bisschen tanzen, manche auch wild rumspringen oder einfach nur zuh\u00f6ren. F\u00fcr jeden Geschmack war etwas dabei und die menge an Geschichten und Geschichtchen passte auch. \ud83d\ude42 Bei &#8216;Dylan&#8217;s &#8216;You ain&#8217;t goin nowhere&#8217; wurde die Moderationscrew vom ARD-Morgenmagazin, Susan Link, Peter Gro\u00dfmann und Sven Lorig, auf die B\u00fchne gebeten und unterst\u00fctzten tatkr\u00e4ftig in drei Sprachen. Dabei hatten alle Beteiligten Spa\u00df.<\/p>\n<p>Zum Ende des Sets wurde es dann ernster und nachdenklicher, mit &#8216;Aburdistan&#8217;, &#8216;Vision von Europa&#8217;, &#8216;Kristallnaach&#8217; und schlie\u00dflich &#8216;Arsch huh, Z\u00e4ng ussenander&#8217;. F\u00fcr mich war und ist dies ein wichtiger Teil von BAP. Sie w\u00e4ren nicht die Band die ich mag, wenn sie nicht aussprechen w\u00fcrden, wo es brennt, uns erinnern w\u00fcrden, was so alles falsch l\u00e4uft und immer wieder aufforderten, etwas dagegen tun. Seit ich diese Band kenne, sprechen sie mir aus der Seele, damals wie heute und das ist auch gut so. Nach diesem Block von Power Songs verlie\u00dfen sie zum ersten Mal die B\u00fchne, aber es wussten alle, dass es das noch lange nicht war.<\/p>\n<p>Bei der R\u00fcckkehr wurden wir alle zum Schnipsen angehalten. Das konnte nur &#8216;Ruut-wie\u00df-blau-querjestriefte Frau&#8217; bedeuten, auch da waren die Leute im Saal textsicher und mancher hielt sogar die Schnipserei bis zum Ende durch. \ud83d\ude00 Alles klang frisch an diesem Abend und nach &#8216;Nix wie bessher&#8217; kam die Abteilung &#8220;Wo haben sie das dann ausgegraben und warum&#8221; als das weniger bekannte &#8216;Jebootsdaachspogo&#8217; dargeboten wurde. Wie ich im Nachhinein feststellte, ist es allerdings nicht nur eine etwas obskure B-Seite, sondern auf dem neuen Album auch zu finden (Nein, ich habe es bisher\u00a0nicht gekauft.) &#8211; das erkl\u00e4rte dann auch, warum so viele den Text kannten. Wie dem auch sei, es was f\u00fcr mich eine \u00dcberraschung. Zum Schluss noch &#8216;Aff un zo&#8217; und dann hie\u00df es lautstark Zugaben fordern.<\/p>\n<p>&#8220;Zum Schluss m\u00f6chte ich zwei Lieder f\u00fcr meinen Vater&#8221; spielen, sprach Wolfgang und damit waren bei mir die Tr\u00e4nen wieder da. &#8216;Suwiesu&#8217; war einfach sch\u00f6n und &#8216;Verdamp lang her&#8217; brachte meine ganz eigenen Erinnerungen. Nat\u00fcrlich konnte es nicht anders sein, als dass mich ein Lied \u00fcber Wolfgangs Vater an die letzten Gespr\u00e4che mit meinem gerade verstorbenen Vater erinnerte. Da er seine Wurzeln im Rheinland hatte, f\u00fchlte ich mich \u00fcber BAP sowieso mit ihm verbunden. Et ess wie et ess und weinen tat gut. :&#8217;) Als aller letztes dann &#8216;Jraaduss&#8217;, sch\u00f6n gesungen im Chor and genau das richtige, um uns nach Hause zu entlassen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/passioncolorseverything.com\/pics\/?p=17638\">pictures of this concert<\/a><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Setliste<\/span><\/p>\n<p>Drei W\u00fcnsch frei<br \/>\nWaschsalon<br \/>\nPsycho Rodeo<br \/>\nDiss Naach ess alles drin<br \/>\nReinrassije Stroo\u00dfek\u00f6\u00f6ter<br \/>\nChippendale Desch<br \/>\nEt ess wie et ess<br \/>\nBahnhofskino<br \/>\nJupp<br \/>\nFrau, ich freu mich<br \/>\nDausende vun Liebesleeder<br \/>\nSongs sinn Dr\u00e4ume<br \/>\nAnna<br \/>\nWie sch\u00f6n dat w\u00f6hr (mit Bj\u00f6rn Heuser)<br \/>\nDo kanns zaubre<br \/>\nNemm mich met<br \/>\nYou ain&#8217;t goin&#8217; nowhere (mit Susan Link, Peter Gro\u00dfmann und Sven Lorig)<br \/>\nAbsurdistan<br \/>\nVision vun Europa<br \/>\nKristallnaach<br \/>\nArsch huh, Z\u00e4ng ussenander<\/p>\n<p>Ruut-wie\u00df-blau-quergestriefte Frau<br \/>\nNix wie bessher<br \/>\nJebootsdaachspogo<br \/>\nAff un zo<\/p>\n<p>Suwiesu<br \/>\nVerdamp lang her<br \/>\nJraaduss<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BAP &#8211; Lanxess Arena, Cologne; June 2nd, 2018 Der Besuch eines BAP Konzerts, besonders der Besuch eines BAP Konzerts in K\u00f6ln, ist immer ein bisschen so wie nach Hause kommen. 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