Alles Halv su wild?

BAP – MS Rheinenergie, Köln; 30. März 2011

Über BAP kann ich besser auf Deutsch reden und das tue ich hier auch…

Es hatte mich schon gewundert, dass die Tour zum neuen Album erst Ende Mai auf dem Roncalliplatz beginnen sollte. Wie, kein Konzert and Wolfgangs Geburtstag? Sollte da etwa eine Tradition gebrochen werden?

Aber nein, im Februar dann doch die Ankündigung: “Stapellauf” des neuen Albums + Wolfgangs Geburtstagsfeier am 30.3. auf der MS Rheineinergie ab Köln. Geladenen Gäste und die Fans, die es schaffen eins der 500 – 700 Ticket zu ergattern. Nette Idee und nach vielen Versuchen hatte ich auch Glück und bekam die ersehnte Karte. So weit, so gut.

Am Stichtag dann pünktlich auf nach Köln, wo bei meiner Ankunft die üblichen Verdächtigen (oder “Unheilbaren”, wie Wolfgang sie nennt) schon Schlange standen. Allseits freundliche Begrüßung und noch ein bisschen Quatschen bis zum Einlass. Der verlief ungewohnt locker und so standen wir bald recht entspannt auf dem Schiff. Die Bühne war ungewohnt hoch, der Saal angenehm klein.

Um koot nach aach dann der Startschuss und erstmal Pause für Wolfgang, der sich über ein Geburtstagsständchen seiner Bandkollegen mit ‘Birthday’ von den Beatles freuen konnte. Mit ‘Halv su wild’ ging es dann richtig los, danach war das Publikum dran mit ‘Happy Birthday’ und Frank Laufenberg dirigierte dazu. Eine Geburtstagsansprache (mit Erinnerung an Maat et joot) und ein Geschenk (in Form eines von Tina Niedecken überbrachten Kuhschädels) später, folgten dann mehr Songs vom neuen Album: ‘Et Levve es en Autobahn’, ‘Keine Droppe mieh’ und ‘Un dooh es dä Karneval vorbei’. Dafür, dass das Album noch keine Woche alt war, war das Publikum erstaunlich textsicher. Ich selbst war’s  leider nicht und musste mich auf’s Mitsingen der Refrains beschränken.

Mit ‘Rita mir zwei’ änderte sich das und spätestens nach ‘Novembermorje’ waren dann bei ‘Morje fröh doheim’ auch die letzten Textunsicheren mit dabei. Das Konzert nahm zusehends Fahrt auf, wurde aber immer mal wieder von Gratulanten oder langen Geschichten unterbrochen. Mit ‘Noh all dänne Johre’ und ‘Chlodwigplatz’ waren wieder zwei neue Songs an der Reihe, dann immer schön abwechselnd, alt und neu.

Gentleman kam, um Bob Marley’s ‘Redemption Song’ anzustimmen und die Fußballer Hannes Löhr, Bernd Bullmann, Wolfgang Weber, Matthias Scherz und Christian Springer überreichten vor ‘Woröm dunn ich mir dat eijentlich ahn?’ ein von allen Kölner Altfußballern signiertes und gerahmtes FC Trikot. Mit ‘Songs sinn Dräume’ war dann der Gig beendet, aber der Abend noch lange nicht vorbei.

Verschiedene musikalische Gäste gaben sich die Ehre, angefangen mit Julian Dawson, der ‘Sunny Afternoon’ von den Kinks zum besten gab. Darauf folgten Kai und Thorsten Wingfelder, sowie Christoph Stein-Schneider von Fury in the Slaughterhouse (die sich vor einigen Jahren getrennt haben). Sie wurden von Helmut und Michael bei ‘Won’t forget these days’ und ‘All the young dudes’ unterstützt. Vor allem ersteres noch mal live zu hören hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Zum Abschluss wurden wir dann noch Zeugen eines historischen Ereignisses. Zunächst sang Tommy Engel mit BAP ‘Doh kanns zaubre’. Danach kamen seinen früheren Mitstreiter der Bläck Fööss Erry Stocklosa und Bömmel Lückerrath dazu und die drei Herren, die sich in den 90igern zerstritten und seitdem nicht mehr gemeinsam auf der Bühne gestanden hatten,. Spielten mit BAP ‘Für ‚ne Moment’. Sie wurden frenetisch gefeiert und setzten dann gemeinsam mit dem Bläck Föss Stück ‘In unserem Veedel’ noch einen drauf und einen wunderbaren Schlusspunkt. Mehr konnte nun wirklich nicht mehr kommen. Glücklich lächelnd und in dem Bewusstsein, gerade etwas ganz Besonderes erlebt zu haben, machte ich mich auf den Heimweg

Setlist

Halv su wild
Et Levve ess en Autobahn
Keine Droppe mieh
Un dooh ess dä Karneval vorbei
Rita
Novembermorje
Morje fröh doheim
Noh all dänne Johre
Chlodwigplatz
Wat für e’ Booch!
Enn Dreidüüvelsname
Diego Paz
Karl-Heinz
Waschsalon
Woröm dunn ich mir dat eijentlich ahn?
Aff un zo
Verdamp lang her
Songs sinn Dräume

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